Mit ‘Der Fall Ungureit’ verschlagwortete Einträge

Der Fall Ungureit – Das Urteil

Mai 14, 2008

Bewährung

Heute war die Verhandlung im Fall U*. U* ist Rentner, hat sein ganzes Leben ohne Unterbrechung im Lager gearbeitet und eine kranke Frau. Heute kommen sie nicht mehr mit der Rente hin. U* hat im Supermarkt geklaut. Wenn es wenigstens nur Lebensmittel gewesen wären, dann hätte ich was deichseln können, aber leider ist U* auch sehr eitel. In seinem Beutekorb befanden sich Rasierklingen und Schuhe. Eingehüllt in Silberpapier, der Alarmanlage wegen. Da gab es nix zu leugnen. Videos, ein Detektiv, beschlagnahmte Waren, ein Geständnis bei der Polizei. Doch Euer Lubinetzki ist ein ganz kluger: Ich habe mir die Akten des Staatsanwaltes und seiner Strafforderung bei kriminellen Jugendlichen kommen lassen. Freispruch, Kuschelstunden, Freispruch. „Sind geklaute Handys weniger Wert, Herr Kollege?“
Sundermann sieht mich an wie vom Donner gerührt. Ich glaube, er hat eine Frau und drei Kinder. Der Richter ist innerlich auf meiner Seite. Ich spüre das. U* muss den Schaden ersetzen und kommt mit Be-währung davon. Im gehen sagt er ganz trocken: „Ich werde weiter stehlen müssen.“

Die Schlacht Ungureit

Mai 13, 2008

Eigentlich finde ich die 45 qm² meiner Kanzlei richtig nett. Professor Adalbert Hirsch hat sich in den sechziger Jahren niedergelassen und es scheint, als ob er stur die Möbel nie auswechseln wollte. Das Parkett knarrt frisch gebohnert, ja sogar die Telefone haben noch eine Wählscheibe und nur die Stecker wurden ausgetauscht. Der einzige moderne Luxus, den ich mir gönne ist ein Computer. Heute hat Herr Ungureit noch einen Termin bei mir.

Ungureit und Rodenskys

Mai 12, 2008

U* und R*

Mandate wie bei U* machen mich glücklich, aber nicht reich. U* ist nicht einmal in der Lage, PKH zu beantragen. R* ist einer der Typen, die einen das ganze Verhältnis zu den Kollegen versauen können. Er wird im Gerichtsaal schreien, beleidigen. Oma Hirsch ist beseelt von dem Gedanken, dass uns eine Wirtschaftskrise heimsuchen wird und will den schönen Villengarten in eine Farm umwandeln.
„Weißt du Junge, wir haben beide nicht viel Geld.“
„Du mehr als ich.“, antwortete ich erbost, dachte an ihre riesigen Aktienpakete und Oma Hirsch zog eine Schnute.
„Wie dem auch sein, ich fänd` es nett wenn wir die Beete gemeinsam anlegen. Was denkst du?“…
Was ich denke? Ich denke, es ist Pfingstmontag und ich bin allein. Allein und einsam.

Mein Leben als Anwalt

Mai 5, 2008

Da sitze ich in einer riesigen Villa im Stadtteil Köln Rodenkirchen und warte auf Mandanten. Die Villa gehört mir nicht, sondern Oma Hirsch, der Witwe meines Vorgängers und das Warten ist nutzlos. Ich bin nicht in einem Verein, ich bin in keiner Partei, engagiere mich nicht in einem Fußballclub und ich bin nicht (mehr) verheiratet. Alles Dinge, die ein Anwalt machen sollte, wenn er an zahlungskräftige Mandanten gelangen will. Ich suche Leidensgenossen für meine Wut und werde fündig:

Interessant: Wir hatten Angst, aber nicht vor Kinski, sondern vor dir. Weil Du so still gewesen bist. Eine interessante Taktik. Na ja, in der nächsten Woche habe ich wieder einen Fall vor Gericht zu verhandeln. Nichts großes, aber trotzdem spannend!